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TATORT IST DAS INTERNET

Abzocke, Betrug, Lügen und Videos: das Web hat alle Lebensbereiche erreicht und deformiert mit seiner Kultur der Desinformation völlig Unbeteiligte, Unternehmen, Kunden sowie Behörden.

Hunderttausende fallen tagtäglich herein.

Für die Kriminellen und Organisatoren der Internetkriminalität ist das WWW das Einfallstor für mannigfaltige kriminelle Aktivitäten.

Der kriminelle Akt kann bequem aus der Sicherheit und mit dem Komfortder privaten Umgebung quasi von zu Hause in "Heimarbeit" ausgeführt werden. Die Opfer sind ( meistens ) anonym und das senkt natürlich die Hemmschwelle.

"Werden Sie zum Erben eines längst vergessenen Vermögens" so schreibt ein "Bankdirektor" von Südafrika und führt aus, das es um 18 Millionen leicht zu verdienendes Geld geht, und man lediglich ein Bank-Konto und gegenseitiges Vertrauen brauche , um diese Summe zum Opfer zu überweisen und später zu teilen. Unglaublich aber es ist wahr und ich erlebe in meiner Praxis laufend neue Opfer, welche auf den Reiz der sogenannten "Nigeria Briefe" hereingefallen sind und zigtausende Euros nach Amsterdam getragen haben, um zum Schluss mit leeren Händen da zu stehen. Die Opfer wussten natürlich von Anbeginn, daß es so etwas eigentlich nicht gibt aber sie wollten cleverer sein wie die Betrüger und hofften darauf, daß vielleicht doch etwas dran sein könnte an den blumigen Versprechungen, welche per email und Telefon ins Haus kamen. (Vorschusskosten - Betrug / 419 advance fee fraud)

"Sehr geehrter Sparkassen Kunde", steht unter dem Logo mit dem roten "S" in der E-Mail, "bitte besuchen Sie unsere neu eingerichtete Sicherheitsseite zur Prävention von Online Betrug." Konto- und TAN-Nummern werden dazu angefordert, als "reine Vorsichtsmaßnahme". Tausende Kunden fallen auf das echt wirkende Anschreiben herein und verschaffen Betrügern Zugang zu ihren Konten. (Phishing)

Verleumdung, üble Nachrede, Fälschung: Lange Zeit galt das Web mit seinen schätzungsweise sechs bis zehn Milliarden Seiten nur als nette, harmlose "Spielwiese" und "Begleitmedium". Doch als Tatort gewinnt es heute täglich an Bedeutung. "Der Rechtsstaat läuft dem Internet-Fortschritt tatsächlich hinterher", resümiert Thomas Hoeren, Professor für Telekommunikationsrecht der Uni Münster. Wer andere im Internet beleidige oder Falsches aussage, könne im Grau des World Wide Web abtauchen. (Mobbing)

80 Prozent der Bundesbürger waren bereits das Ziel von Lug und Trug im Netz, besagt eine Studie des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Gutgläubige fallen millionenfach auf erfundene Nachrichten in der Mailbox herein ("Neues Windows-Update für Sie"), klicken sie an und laden sich so Viren und Würmer auf den PC, die Software beschädigen und Daten zerstören.

Fast jeder zehnte Deutsche erhielt schon gefälschte Schreiben von Banken (Phishing). Gerade flog in den USA und in Rumänien eine Bande auf, die so mehrere Millionen Dollar von fremden Konten abgeräumt haben soll nach schlecht informierte User unvorsichtiger Weise ihre Zugangsdaten zum Bankkonto übermittelten... (Onlinebankingbetrug)

Schon jeder vierte Bundesbürger liest Meldungen über das aktuelle Geschehen im Netz. Bei Jugendlichen sind es sogar fast 40 Prozent. Darunter sind unzählige dubiose Seiten auf welchen man allein durch das Anklicken und Hinterlassen einer email Adresse abgezockt wird und mit Rechnungen sowie Inkasso - Drohungen drangsaliert wird.. Es gibt inzwischen hunderte solcher "Abzock-Seiten" und mehrere Betrugs - Prozesse laufen zur Zeit gegen die Betreiber solcher Seiten. (Abzocke im internet)

Laut einer Studie des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater recherchiert ein Drittel der Personalexperten im Internet über die Kandidaten: "26 Prozent schlossen Bewerber nach einer Web-Recherche vom weiteren Auswahlprozess aus" - egal, ob die Informationen seriös waren oder nicht. Der Konkurrenzkampf im Arbeitsleben ist manchmal gnadenlosgeworden. Verleumdung, Mobbing und Stalking sind heute leider an der Tagesordnung.

Arbeitslosigkeit, Hartz 4 , und kein job in Sicht: dies macht es Scheckbetrügern leicht, sich per email sogenannte "Repräsentanten" zu suchen, die für die Firma Schecks einlösen und für 10 % Provision und die restlichen 90 % per Western Union nach Russland oder Nigeria weiterleiten sollen. Das so etwas illegal (Geldwäsche sowie Steuerhinterziehung) ist, darüber machen sich die Opfer zunächst keine Gedanken. Es ist vordergründig leicht verdientes Geld von dem niemand etwas weiss. Das böse Erwachen kommt jedoch nach Wochen, wenn die Schecks platzen, weil diese entweder gefälscht oder gar gestohlen waren. Allein im letzten Jahr habe ich -zig solcher Jobangebote bekommen und angenommen, um so Schecks im Wert von über 1,2 Millionen US-Dollars aus dem Verkehr ziehen zu können.

"Sie haben Gewonnen!" - wer hört das nicht gern und freut sich über die angeblich bei einer "Onlinelotterie" per email gewonnenen Millionen? Leider hört man von den Lotterie - Agenten nichts mehr, nachdem man Hunderte Euros für angebliche Bearbeitungs- und Überweisungsgebühren per Western Union an obskure Leute von Agenturen in West - Afrika oder nach London geschickt hat, und der Traum vom Millionengewinn wie eine Seifenblase zerplatzt ist. Wie kann man aber auch glauben, bei einer Lotteriegewinnen zu können, die man nie gespielt und für die man niemals einLos erworben hat ? Was ist das für eine Lotterie bei der der Gewinner bezahlt ? (Onlinelotterie)

Mit freundlichen Grüssen,

Sven Kindt
onlinedetektiv.com

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