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Die Opfer

Kinder- und Jugendschutz im Internet

Sexuelle Belästigung

Die sexuelle Belästigung Minderjähriger im Internet stellt wohl eine der größten Gefahren für Kinder und Jugendliche dar. Die Technik scheint den Tätern dabei in die Hände zu spielen. Die Verbreitung und Beschaffung jugendgefährdender Materialien und auch die Kontaktanbahnung mit Kindern werden durch das Internet immer leichter. Wäre ein pädophil veranlagter Erwachsener früher auf den Spielplatz gegangen und hätte mal eben ein Kind nach einem Nacktfoto gefragt? Im Zeitalter des Internets ist das leider an der Tagesordnung, denn der Spielplatz hat sich bei manchen Kindern in einen Chatraum verlagert, und auch die nötige Hardware ist in jedem Kinderzimmer vorhanden.

So beugen Sie vor:

Chatten Sie mit Ihren Kindern gemeinsam. So lernen Sie die Webseiten kennen, auf denen sich Ihre Kinder aufhalten. Des Weiteren können Sie mit einem »kritischen Auge« am Chat teilnehmen und so überprüfen, ob dort alles mit rechten Dingen zugeht. Sollte es zukünftig zu Problemen kommen, haben Sie zumindest schon einmal einen Anhaltspunkt, wo sie mit Ihrer Recherche beginnen können. Ansonsten bleibt Ihnen das Verhalten Ihrer Kinder in der Cyberwelt völlig fremd.

>> Kinder sollten geschlechts- und altersneutrale Namen im Internet wählen. Also bitte nicht »Susi12Jahre« oder gar »Hotgirl« etc.

>> Im besten Falle wissen Sie das Passwort/die Passwörter Ihrer Kinder im Internet. Sprechen Sie mit Ihren Kindern über diese Notwendigkeit und überprüfen Sie die Passwörter von Zeit zu Zeit, aber bitte ohne in die
Privat- oder Intimsphäre Ihrer Kinder einzudringen.

>> Suchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind ein digitales Foto aus, welches es an Chatfreunde schicken oder tauschen darf. Dass es sich dabei natürlich nicht um ein Bild Ihres letzten FKK-Urlaubs handeln sollte, versteht sich von selbst. Am besten ist ein ganz einfaches Passbild. Und auch hier gilt wieder: Niemals ein Bild an einen Fremden oder einen flüchtigen Bekannten schicken.

>> Erklären Sie Ihrem Kind eindringlich, dass es Ihnen sofort mitteilen muss, falls es Fotos mit nackten Personen (egal, ob Bilder von Kindern oder Erwachsenen) zugeschickt bekommt. Gleiches gilt natürlich auch für Bilder mit nicht jugendfreien Inhalten wie gewaltverherrlichende oder andere unangenehme Bilder.

>> Sollte sich Ihr Kind mit einer »Internet-Bekanntschaft« treffen wollen, seien Sie besonders vorsichtig. Fragen Sie genau nach, und am allerbesten begleiten Sie Ihre Kinder zu solchen Treffen. Lassen Sie es auf keinen Fall zu, dass sich Ihr Kind alleine mit einer Internet-Bekanntschaft trifft. Natürlich gibt es Ausnahmen von dieser Regel: Hat Ihr Kind ein anderes Kind aus Ihrer Stadt kennen gelernt, können Sie einem Treffen zustimmen – natürlich in Ihrer Begleitung.

>> Erklären Sie Ihren Kindern genau, wie sie sich bei Drohungen verhalten sollen. Gerne werden Kinder zum Beispiel mit einem »gemeinsamen Geheimnis« in die Enge getrieben. Mit Sätzen wie »Du bist ja eine tolle Freundin, ich erzähle Die mein Geheimnis, und Du sagst mir nicht einmal, wo Du wohnst …« schüchtern potenzielle Täter ihre Opfer ein. Erklären Sie Ihren Kindern, dass sie im Internet niemandem etwas schuldig sind und im Notfall einfach einen Chat verlassen dürfen, ohne zu antworten.

>> Machen Sie Ihr Kind darauf aufmerksam, dass es sich jederzeit an einen Moderator (falls vorhanden) wenden darf, wenn ihm irgend etwas merkwürdig vorkommt.


Die Texte auf dieser Seite sind erschienen im Buch "Tatort Internet" im Markt+Technik Verlag. Sie können das 400 Seiten starke Werk zum Preis von EUR 29,95 hier bestellen.

Kein Teil dieser Publikation darf ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des Herausgebers in irgendeiner Form reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

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