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Diplomatenpass

Diplomaten genießen Immunität und hohes Ansehen. Doch die Chance, im Internet einen echten Diplomatenpass zu bekommen, ist äußerst gering. Es werden fast ausschließlich falsche Pässe verkauft. Die Preise für einen solchen Pass können über hunderttausend Euro liegen. Manchmal ist sogar eine neue Identität im dubiosen Angebotspaket mit inbegriffen. Nur wenige Staaten bieten wirklich offizielle Diplomatenpässe zu horrenden Preisen an. Doch auch hierbei ist Vorsicht geboten: Viele dieser Pässe sind zeitlich begrenzt, und für eine Einreise in andere Länder benötigen Sie fast immer zusätzlich ein entsprechendes Visum. Immunität besitzen Sie nur dann, wenn Sie der Staat, den Sie besuchen möchten, auch dazu legitimiert, in diesem diplomatisch aktiv zu werden.

Für den Käufer eines solchen Diplomatenpasses kann das viele unangenehme Konsequenzen haben: Missbrauch von Amtsbezeichnungen, mittelbare Falschbeurkundung, Gebrauch falscher Beurkundungen, Betrug, Verschaffen von falschen amtlichen Ausweisen und Urkundenfälschung. Durch die Sittenwidrigkeit des Rechtsgeschäftes besteht kein einklagbares Recht auf Rückerstattung des bezahlten Geldbetrages.

Eine mögliche Strafbarkeit des Verkäufers von echten Pässen liegt hierin: Anstiftung und Beihilfe zu Missbrauch von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen. Bei gefälschten Diplomatenpässen handelt es sich um Urkundenfälschung, Verschaffen von falschen bzw. verfälschten amtlichen Ausweisen, Betrug und um Anstiftung zum Gebrauch unechter Urkunden.


Die Texte auf dieser Seite sind erschienen im Buch "Tatort Internet" im Markt+Technik Verlag. Sie können das 400 Seiten starke Werk zum Preis von EUR 29,95 hier bestellen.

Kein Teil dieser Publikation darf ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des Herausgebers in irgendeiner Form reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

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