| Worte
sind wie Vögel - einmal freigelassen,
kann man sie nicht wieder einfangen.
Dieses uralte Sprichwort besitzt auch im
virtuellen Kosmos des Internets seine Gültigkeit, mehr
noch, es sollte zum moralischen Prüfstein für alle
werden, die im Internet etwas veröffentlichen. Die Datenspeicher
des Netzes scheinen unendlich zu sein und sie vergessen nichts.
Jeder, der hier etwas mitteilen will, sollte sich daher genau
überlegen, welche etwaige Folgen seine Informationen
für Dritte haben könnten.
Die Hemmschwelle, Formulierungen zu verwenden,
die man in einer persönlichen Unterhaltung niemals gebrauchen
würde, sinkt mit der Distanz, die man zu den Lesern hat.
Wir Menschen neigen dazu, dem geschriebenen Wort eine besonders
hohe Glaubwürdigkeit beizumessen. Dies sollte die Personen
und Unternehmen, die diese Homepage für die Darstellung
ihres Falles benutzen möchten, ausdrücklich mahnen,
besonders verantwortungsvoll mit dem Medium Internet umzugehen.
Zudem gehört inzwischen diese virtuelle
Welt ebenso zum sozialen Umfeld eines Menschen wie die reelle
- in vielen Fällen ist sie sogar untrennbar damit verknüpft.
Wer hat noch nicht den Namen von Freunden oder dem Partner
in eine Suchmaschine eingegeben, nur so aus Neugier? Wie leicht
erhält man hierbei ein vollkommen falsches Bild über
diese Person, wenn die so gefundenen vermeintlich objektiven
Informationen nicht den Tatsachen entsprechen oder verzerrt
wiedergegeben wurden.
Freunde, Partner, Kinder, das gesamte soziale
Geflecht kann zerrissen werden, ganz zu Schweigen von den
ökonomischen Schäden, die bis zum vollständigen
Ruin einer Person führen können, nur weil irgendwann
mal irgendwer sich dazu berufen fühlte, die Welt über
seine Sicht der Dinge in Kenntnis zu setzen, eine Sicht, die
nur eine von vielen sein kann.
Um keine Missverständnisse aufkommen
zu lassen: Niemand soll davon abgebracht werden, seine Meinung
zu vertreten und Missstände offen darzulegen. Das ist
in Zeiten immer stärkerer Einschränkung persönlicher
Freiheiten wichtiger denn je, aber es sollte nie in einer
Weise geschehen, die durch emotional manipulierende Formulierungen
dem Leser eine bestimmte Interpretation der Fakten nahe legt.
Abgesehen von der moralischen Fragwürdigkeit dieses Vorgehens
diskreditiert sie auch die eigene Integrität.
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